Christian Winkel
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Schwerpunkte:
Kolonistenfamilien:
Zeier, Seier, Seyer
sowie alle Infos über
Kolonisten auf der Schleswigschen Geest
In den Jahren 1761 bis 1765 fand unter dem damaligen Landesherrn König
Friedrich V. die Kolonisation von dünn besiedelten Heide- und
Moorregionen auf der Schleswigschen Geest statt. Die angesiedelten
Kolonisten stammten aus Baden-Württemberg, Hessen und der Pfalz.
Der Treck
Mit der Aussicht auf ein eigenes Stück Land und der zugesagten Hilfe vom
dänischen Staat traten sie die beschwerliche Reise in Planwagen und
Karren in den Norden an. Im April 1761 trafen die ersten Trecks nach
einer siebenwöchigen Reise in Schleswig ein. Insgesamt waren es in den
ersten Jahren etwa eintausend und bis 1764 viertausend Heimat suchende
Kolonisten.
Die Vereidigung auf den dänischen König mussten die ersten
Stellenbewerber am 20. Juni 1761 im Hof von Schloss Gottorf in Schleswig
leisten. Am 24. Juni 1761 erfolgte die Verlosung der Plätze.
Bis dahin waren die Kolonisten vorläufig in den Altdörfern
untergebracht. Am 27. Juli des gleichen Jahres wurden die Stellen
angewiesen. Für den Unterhalt der Kolonisten wurden aus der Staatskasse
Tagegelder angewiesen: 6 Schilling für jeden Mann, 4 Schilling für jede
Frau und 2 Schilling für jedes Kind.
Im Herzogtum Schleswig entstanden insgesamt 47 Kolonien. Als erste
Kolonie wurde im Jahre 1761 Friedrichsau mit 24 Stellen angelegt. Nach
der Zuweisung der Stellen waren die Häuser jedoch nicht fertig gestellt,
so dass die Kolonisten vorerst in Erdhütten untergebracht waren. Erst am
1. 5. 1763 war in Friedrichsau der Bau der Häuser abgeschlossen. Der
Aufbau der Häuser ging nur langsam voran, da die vier neu angelegten
Ziegeleien des Amtes Gottorf den Steinbedarf nicht decken konnten. Die
Häuser wurden überall nach dem gleichen Grundriss gebaut. Die Kolonisten
erhielten zu den Häusern auch den nötigen Beschlag. Jede Stelle erhielt
zwei Zugochsen, eine Milchkuh und zwei Schafe. An Inventar kamen ein
Kastenwagen, ein Pflug und eine Egge dazu. Die Kolonisten erhielten
ferner zur Bewirt-schaftung des Hofes Futter und Feuerung, Saatkorn und
Sämereien für den Garten sowie Nutz- und Buschholz. Auch Arzt- und
Apothekerrechnungen für die Menschen und das Vieh wurden aus der
Staatskasse bezahlt.
Die Kolonistenhöfe in Friedrichsau wurden zum Teil nach Mitgliedern des
dänischen Königshauses benannt. Noch heute weisen die Höfe die
derzeitigen Namen auf und befinden sich bis auf zwei Höfe an den
Originalplätzen. Die genauen Hoflagen sind ersichtlich auf der im Jahre
2006 errichteten Kolonistentafel, die sich in der Ortsmitte neben dem
Gedenkstein aus dem Jahre 1986 befindet.
Der Stellenwechsel in den Kolonien war sehr groß. Viele Kolonisten
mussten gehen oder aufgeben. Die Kultivierung der Heide- und Moorflächen
erwies sich als äußerst schwierig und bedeutete für die Kolonisten ein
schweres, mühevolles und entbehrungsreiches Leben: den ersten der Tod,
den zweiten die Not, den dritten das Brot.
Viele Kolonisten gaben infolge der schwierigen Ansiedlungsbedingungen
recht bald auf. Sie gingen zurück in die Heimat oder folgten dem Ruf
Katharinas II. und wurden Siedler in Russland.

Den im Lande verbliebenen Kolonisten, die unter unsäglichen Mühen die
Schleswigsche Geest urbar machten, wurde von den Nachkommen in
schuldiger Dankbarkeit und Hochachtung am 4. September 2004 in
Friedrichsfeld ein Gedenkstein gesetzt, um das Wissen um die
Kolonisation nicht untergehen zu lassen.